Überdurchschnittlicher Speicherverbrauch des System Volume Information Ordners

In einigen Situationen kann es vorkommen, dass der Ordner System Volume Information überdurchschnittlich anwächst. Lokal ist das kaum zu erkennen, weil der Zugriff auf den Ordner nicht ohne Weiteres möglich ist, aber mit Tools wie z.B. TreeSize lässt sich der Ordner analysieren:

System Volume Ordner per TreeSize

System Volume Ordner per TreeSize

Ursache sind häufig Dateien des Volume Shadow Services (VSS), System Restore Points oder System State Backups des Windows Server Backups.

Volume Shadow Service / System Restore Point

In vielen Foren findet man den Tipp, über den System Restore Tab in den Computer Eigenschaften einige/alle System Restore Points zu löschen.

Was aber tun bei Server Betriebssystemen? Hier existiert diese GUI Funktion nicht. Abhilfe schafft hier das CLI Tool vssadmin.exe, mit welchem man die VSS Eigenschaften und z.B. auch die Verwendung des Speicherplatzes für VSS konfigurieren kann.

Um sich die aktuelle VSS Speichernutzung anzuzeigen, ist folgender Befehl in einer Admin-CLI auszuführen:

vssadmin list shadowstorage

Als Ergebnis erhält man z.B. einen solchen Output:

vssadmin 1.1 - Volume Shadow Copy Service administrative command-line tool
(C) Copyright 2001-2013 Microsoft Corp.
Shadow Copy Storage association
 For volume: (C:)\\?\Volume{8b2bc013-4f8d-11e4-80b5-806e6f6e6963}\
 Shadow Copy Storage volume: (C:)\\?\Volume{8b2bc013-4f8d-11e4-80b5-806e6f6e6963}\
 Used Shadow Copy Storage space: 17,8 GB (44%)
 Allocated Shadow Copy Storage space: 18,4 GB (46%)
 Maximum Shadow Copy Storage space: UNBOUNDED (100%)

Hieran erkennt man z.B. das derzeit auf Laufwerk C:\ 18,4 GB Daten für VSS allokiert sind und das VSS unbegrenzt Speicherplatz belegen darf.

Um die VSS Daten zu reduzieren, kann man manuell alle Snapshots mit folgendem Befehl löschen:

vssadmin delete shadows /all

Das funktioniert auch soweit ganz gut, außer die VSS Daten wurden durch Drittsysteme (z.B. Backup Software) generiert. Dann funktioniert das Ganze nicht, sondern man erhält folgende Fehlermeldung:

Error: Snapshots were found, but they were outside of your allowed context. Try removing them with the backup application which created them.

Weiß man nun nicht mehr, welches Drittprodukt die VSS Daten erzeugt hat, bleibt nur der Workaround, die maximal für VSS nutzbare Speichergröße temporär zu verkleinern und anschließend die Begrenzung wieder aufzuheben – durch das Verkleinern werden die VSS Daten gelöscht, auch wenn sie nicht durch Windows selbst initiiert wurden. Der Befehl folgt folgendem Schema:

vsadmin resize shadowstorage /for=<Drive-Letter> /on=<Drive-Letter> /maxsize=<%|MB|GB|TB|UNBOUNDED>

Im expliziten Beispiel setze ich den VSS Speicher von C:\ einmal auf max. 10% der Festplattengröße und hebe die Begrenzung dann wieder auf:

vssadmin resize shadowstorage /for=C: /on=C: /maxsize=10%
vssadmin resize shadowstorage /for=C: /on=C: /maxsize=UNBOUNDED

Alternativ ist es auch möglich, den Speicherort für VSS Daten auf ein anderes Laufwerk (z.B. D:\) auszulagern:

vssadmin resize shadowstorage /for=C: /on=D: /maxsize=UNBOUNDED
System State Backup

Ein weiteres Problem für den System Volume Information Ordner können System State Backups sein, die nicht rotieren oder gelöscht werden. Diese lassen sich allerdings relativ einfach bereinigen mit dem Windows Server Backup CLI Admin Tool wbadmin.exe.

wbadmin delete systemstatebackup -keepversions:0

Eine Antwort

  1. Thomas F. sagt:

    Danke. Das war die Lösung meines Problems.

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